Polio - Selbsthilfe - Regionalgruppe-75

 

 

Unsere Polio - Selbsthilfegruppe traf sich
am Freitag, den 14. 08. 2009
um 14.00 Uhr
in der Danziger Strasse 45d,

Rostock - Lütten Klein


        Thema: "Temperatursensibiltät beim Post-Polio-Syndrom -
 Beantwortung von Fragen "

Referent: Herr Dr. med Brauer Hamburg




Herr Dr. Brauer machte klar, daß das Post-Polio-Syndrom als Spätfolge-Erkrankung im wesentlichen durch zentralnervöse, Läsionen bestimmt wird. Auf Schäden in den paravertebralen Ganglien und deren Spätfolgen wurde hingewiesen. Eine für den gesunden Menschen normale Belastung ist für einen Polio-Betroffenen bereits eine Überlastung. Chronische Überbelastung führt zu weiteren fortschreitenden Schäden an wichtigen Nervenstrukturen des Gehirns. Die Vernetzung der Nervenstrukturen im Gehirn bewirken dann auch jeweils sehr verschiedene klinische Bilder der Post-Polio-Syndroms. Diese äußern sich dann in den vielfältigsten Störungen des Nerv-Muskelsystems, in Temperatur-Regulationsstörungen, in Atem-regulationsstörungen, insbesondere in Mangelbeatmung und Sauerstoffmangel, in ausgeprägten Erschöpfungszuständen, in Herz-Kreislaufstörungen, Muskel-, Sehnen- und Gelenkschmerz (Hinweis auf die Fibromyalgie), Schmerzregulationsstörungen (Unwirk-samkeit der Endomorphine und Morphine wegen zerstörter Rezeptorstrukturen).
Schwerpunkt des Vortrages war das Thema Tempertursensibilität — Kälteintoleranz — Kältesensibilität — Kälteteil der Thermo-regulation.
Therapiehinweise rundeten den Vortrag ab. Das Post-Polio-Syndrom ist nicht heilbar jedoch eingeschränkt behandelbar.  Es geht im wesentlichen um eine Erhaltung des Zustandes und Verhinderung bzw. Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung.
Ganz wesentlich war der Hinweis, daß anhand der Symptome die Poliopatienten nicht vergleichbar sind. So ist das Post-Polio-Syndrom im wesentlichen für den Betroffenen und den behandelnden Arzt ein ganz individuelles Problem.
So stellte sich Herr Dr. med. Brauer als einer der besten Kenner des Themas Poliomyelitis — Poliofolgezustände  — Post-Polio-Syndrom dar — wohl auch weil er selbst Betroffener ist.
Zum Schluß erging von allen Teilnehmern ein herzlicher Dank an Herrn Dr. med. Brauer.
Herr Dr. med. Brauer wird seine bisherigen Publikationen als Buch unter dem Titel: „Aspekte des Post-Polio-Syndroms“ herausgeben.


Ein Hinweis soll noch auf das Wesen der Poliomyelitis verweisen, der die von Dr. Brauer hervorgehobenen Tatsachen stützt:
— Die bedeutende Rolle der gestörten encephalen [Hirn-] Strukturen beim Post-Polio-Syndrom —:
Lehrbuch der Inneren Medizin (Hrsg. Helmut Denning), Erster Band, Seiten 185 bis 190 Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1957
Zitatanfang:
„Aber gar nicht selten werden auch die motorischen Zentren der Medulla oblongata und der Brücke und damit auch die Hirnnerven befallen; es kommt so zu einer Fazialislähmung oder zu einer Parese eines Augenmuskels mit Doppeltsehen. Diese bulbären und pontinen Formen zeigen, daß der Name „spinale Kinderlähmung“ überholt ist.....

Neben den Lähmungen der Atemmuskeln beobachtet man auch die noch gefährlichere direkte Schädigung des Atemzentrums in der Medulla oblongata; sie ist mit unregelmäßiger Atmung, Schluckbeschwerden, Schwäche der Stimme und oft mit Vasomotorenlähmung verbunden.“
Zitatende 

Sanitätsrat Horst Georg Padelt
Teilnehmer der Veranstaltung
 

Für persönliche und telefonische Beratung:

Telefon: 0381/721012

Ingrid Stuth
Sankt - Petersburger-Str. 34
18107 Rostock
i.stuth@kabelmail.de