Landesverband Polio - Selbsthilfe M-V

 

— Kinderlähmung —
noch keine Entwarnung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist in einer Veröffentlichung vom November 2010 darauf hin, daß ein Ausbruch von Kinderlähmung in Zentralasien und der Nord-Kaukasusregion gemeldet wurde. Genanalysen des Poliovirus, das von einem im August 2010 erkrankten Kind aus Kasachstan isoliert wurde, bestätigten, daß das Virus Immer. noch zirkuliert. Es ist bereits für einen großen Ausbruch von Kinderlähmung in Tadschikistan und die Ausbreitung nach Rußland, Turkmenistan und vermutlich auch Usbekistan verantwortlich. Die WHO rät allen Ländern, in denen eine Einschleppung aus der Kaukasusregion oder Zentralasien möglich ist, weiterhin auf eine strikte Überwachung aller Fälle von schlaffen Lähmungen zu achten, da Poliomyelitis eine der Ursachen sein kann. Es wird auch dringend geraten, hohe lmpfraten in der Bevölkerung aufrechtzuerhalten, um eine Einschleppung und Ausbreitung in einer ungeschützten Population zu verhindern. Reisende in Polio-Endemiegebiete sollten auf Empfehlung der WHO und der deutschen Ständigen Impfkommission (STIKO) unbedingt einen vollständigen Polio-Impfschutz besitzen. Dies gilt auch für Reisende, die aus solchen Gebieten kommen. In Deutschland wird die Impfung gegen Polio mit einem inaktivierten Impfstoff nicht nur Kindern und Jugendlichen als Standardimpfung empfohlen. Auch alle Erwachsenen sollten eine vollständige Grundimmunisierung und mindestens eine Auffrisch-impfung nachweisen können. Liegt die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurück, wird vor Einreise in eine Endemiegebiet eine weitere Auffrischung empfohlen. Die Kosten werden von den Kranken-kassen getragen.
Weitere Informationen:
European Region website Global Polio Eradication Initiative.
(Nach einer Mitteilung des Deutschen Grünen Kreuzes)

Quelle: Ärzeteblatt Mecklenburg Vorpommern, H. 3, 2011, S. 102